Römisch Germanisches Museum

In direkter Nähe zu Hauptbahnhof, Kölner Dom, Domplatte und Rheinufer befindet sich das Römisch-Germanische Museum. Der moderne, schlichte Museumsbau beherbergt Fundstücke aus der römischen Vorgeschichte der rheinischen Stadt, die einst einmal das mächtige Colonia Claudia Ara Agrippinensium, Sitz des kaiserlichen Statthalters in Niedergermanien war, bevor Köln später kurzum Kölle wurde.

Das Dionysos Mosaik

70 Quadratmeter, dicht bedeckt von filigran arrangierten 1,5 Millionen Mosaiksteinen wurden an Ort und Stelle 1941 gefunden. Direkt über den Szenen aus dem Leben des Weingottes Dionysos, umrankt von Reben, Vögeln und Früchten, errichteten die Kölner 1974 ihr archäologisches Museum. Seit der Eröffnung 1974 bestaunten mehr als 20 Millionen Menschen das Kunstwerk, darunter auch die Politikprominenz, die 1999 beim G8-Gipfel auf dem Mosaik tagen und tafeln durfte.

Glas und Co

Der Museumsbau beherbergt außerdem die größte Sammlung von zum Teil farbigen römischen Gläsern weltweit und zeigt viele weitere Fundstücke, Gebrauchsgegenstände, Kultisches und Schmuckstücke, die anschaulich machen, wie Sklaven und römische Oberschicht lebten. Gürtelschnallen und Löffel, aber auch die Kertscher Krone, das prunkvolle Diadem einer südrussischen Fürstin vom Schwarzmeer, sind Teil der Sammlung. 1935 gelang es der Vorläufer-Institution des Römisch Germanischen Museums, das kostbare Geschmeide zu erwerben, bevor es in die Hände des Reichsführers Himmler geriet - bis Ende September hat man diese Zierde des Hauses an das Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin verliehen.

Mittels einer 3D-Animation steuert der Besucher digital Ziele seiner Wahl in Köln an und erfährt durch die Simulation und Vorher-Nachher-Bilder wie sich die Stadt verändert hat.

Grabmal des Poblicius

Fast 15 Meter hoch ragt die Rekonstruktion des Grabmals des Poblicius bis unter das Dach des Gebäudes. Als eine Kölner Familie 1965 den Keller ihres Hauses erweitern wollte, stießen die zwei Söhne auf große Quadersteine, Scherben und Münzen, die offensichtlich aus römischer Zeit stammten. Sie meldeten den Fund bei der Stadt, die wiederum schnell ein Grabungsverbot erteilte, da sie selbst die Grabungen im Erdreich fachmännisch durchführen wollte. Trotz Zustimmung, die Grabungen einzustellen, überwog die Neugier und Ungeduld der Entdecker. Die Brüder wollten nicht warten, bis die Stadt die notwendigen finanziellen Mittel für die vollständige Ausgrabung des Fundes aufgetrieben hätte. Kurzerhand setzte man die Erkundung des unter dem Partykeller befindlichen Schatzes auf eigene Faust fort. Stollen wurden unterirdisch eingezogen, zentnerweise Lehm und Erde über die Nachbargärten entsorgt, bis feststand: Dem römischen Legionär und Kaufmann Poblicius wurde hier ein Grabmal errichtet. Erst führte die Familie selber die Besucher durch die Ausstellung im eigenen Keller, dann fand sich die Möglichkeit, das Grabmal in der vermutlichen Urform im Römisch-Germanischen Museum zu rekonstruieren. Für 500 000 DM trennte man sich von den Fundstücken und versicherte sich zugleich, dass das weltweit von Museen begehrte Grabmal in der rheinischen Heimat blieb.




Zukunft

Nun muss das Römisch Germanische Museum bald für mehr als sechs Jahre geschlossen werden, da auch die Gegenwart Spuren hinterlässt. Die aktuellen Standards und Vorgaben zur Raumlufttechnik und Brandschutz verlangen Einhaltung. Außerdem sollen Servicebereiche neu gestaltet und Sanitäranlagen erneuert werden. Geschätzte 41,7 Millionen wird der Umbau kosten. In allerletzter Minute wurde die Betriebsgenehmigung um ein Jahr für 2018 verlängert, da die Sicherheit der Besucher und Beschäftigten weiter gewährleistet sei. Für die Zeit ab dem Jahr 2019 wird dann innerhalb Kölns übergangsweise ein Ausweichort angemietet. Kurse, thematische Führungen und Fortbildungen für Kinder und Erwachsene sind daher bis August 2018 schon über die Homepage des Museums http://www.roemisch-germanisches-museum.de einsehbar. Beispielsweise lernen Kinder hier, wie sie mit handangemischten Farben aus Ei und Pigmenten ein Fresko auf feuchten Putz malen. Im Anschluss können sie den von ihnen bemalten Teil der Wand zur Erinnerung mit nach Hause nehmen. Erwachsene erfahren mehr über die Festtage der Römer oder für sie geltende Schönheitsideale.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags 10 - 17 Uhr. Jeden ersten Donnerstag im Monat bleibt das Römisch Germanische Museum bis 22 Uhr geöffnet. An diesen Tagen haben alle Kölnerinnen und Kölner freien Eintritt zur ständigen Ausstellung. Natürlich gibt es auch einen Museumsladen, in dem zum Beispiel Repliken kostbarer Gläser erworben werden können.

Wer dennoch vor verschlossenen Türen steht, kann immer einen Blick durch die Verglasung ins Erdgeschoss werfen oder über die grob gehauenen Steine der Überreste der römischen Hafenstraße wandern und fußsohlennah erleben wie beschwerlich und umso beeindruckender die Wege der Wagenlenker, Eroberer und Brückenbauer waren - all derer, die Monumentales hinterlassen haben.

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