Bericht über das EL-DE-Haus in Köln

Inmitten von Köln wurde das EL-DE Haus in den Jahren 1934 bis 1935 ursprünglich als Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Noch während sich das Haus im Rohbau befand, wurde es von der Gestapo annektiert und entsprechend den nationalsozialistischen Gepflogenheiten entsprechend umgebaut. Bereits bestehende Mietverträge mussten sofort aufgelöst werden und als neuer Mieter bezeichnete sich fortan das Deutsche Reich. Das äußerst repräsentative Gebäude inmitten der Stadt Köln war für die Gestapo bezüglich der Lage sehr günstig, da es sich in unmittelbarer Nähe des Polizeipräsidiums befand und ferner auch das Gerichtsgebäude, sowie das Zentralgefängnis in unmittelbarer Nähe waren. Die zunächst geplanten Wohnräume wurden in Büros umfunktioniert, wobei in dem einem der beiden Kellergeschosse das sogenannte Hausgefängnis mit insgesamt zehn Zeilen geschaffen wurde. Seinen Namen verdankt das EL-DE-Haus dem Initialen des Bauherrn Leopold Dahmen, der Goldwaren- und Uhrengroßhändler war und mit seiner Familie am Appelhofplatz 21 in Köln wohnte und dort gleichzeitig sein Geschäft hatte.

EL-DE-Haus

Das im Zentrum von Köln liegende Haus mit seinem Museum und der Gedenkstätte "Gestapogefängnis" führen den Besucher in die tragischen Geschehnisse des "Dritten Reiches" und speziell den Nationalsozialismus ein. Die Geschichte des Hauses wird auch den jüngsten Besuchern so verständlich und zugänglich gemacht, so dass sie verstehen können, was in diesem menschenverachteten Regime geschehen ist. Die Gäste erfahren, wie die Gestapo gearbeitet hat und welche Menschen verschiedener Herkunft in diesem Gefängnis inhaftiert waren. In der Gedenkstätte befinden sich verschiedene Tafeln mit Inschriften, auf denen das Schicksal der einzelnen Inhaftierten zu lesen ist.




Besondere Geschichten

Im Gestapo-Gefängnis zeugen ferner eine große Anzahl von Wandinschriften vom bewegenden Schicksal der hier inhaftierten Personen. Hier wird der Besucher Zeuge von Beziehungen, wo Briefe an geliebte Menschen gerichtet wurden und hier in den dunkelsten Stunden ihres Lebens mit diesen Zeilen Kraft zum Überleben gesucht haben.

Dauerausstellung und Gedenkstätte

Die Ausstellung zeigt das jüdische Leben in Köln mit den damaligen religiösen und kulturellen Einrichtungen. Der Kreis der jüdischen Mitbürger, der damals aus etwa 16.000 Personen bestand, wurde seinerzeit noch akzeptiert und war in die Gesellschaft Kölns integriert. Erst nach der Machtübernahme im Jahre 1933 setzten auch in Köln die antisemitischen Maßnahmen ein und führten im Laufe der folgenden Jahre zur vollständigen Entrechtung der jüdischen Bevölkerung. Seit den Herbsttagen des Jahres 1941 wurden Tausende Männer, Frauen und Kinder jüdischen Glaubens in die Konzentrationslager und Ghettos deportiert, wobei nur wenige überlebten. Durch die Führung erhält der Besucher einen Überblick über die Geschichte der jüdischen Mitbürger von der Weimarer Republik bis zum Ende des Nationalsozialismus.



Bei einer besonderen Dokumentation durch die Dauerausstellung, sowie Gedenkstätte Gestapo-Gefängnis, erhält der Gast einen intensiven Einblick in die Geschichte des EL-DE-Hauses und seine Entwicklung. Darüber hinaus folgen Informationen über die Gestaltung der Gedenkstätte und vielfältige Arbeit des gesamten NS-Dokumentationszentrums.



Kunst und Architektur

Im Innern des EL-DE-Hauses, sowie außerhalb befinden sich viele Zeugen künstlerischer Art, die der Erinnerung zahlreicher NS-Opfer dienen, so beispielsweise die herausragenden, künstlerischen Arbeiten des Gunter Demnigs, das Denkmal für die Toten der Militärjustiz, sowie das für Edith Stein gewidmete Denkmal.

Allgemeines über das NS-Regime

Für die Unterdrückung des politischen Widerstandes, die Deportation der jüdischen Bevölkerung und die Überprüfung der Zwangsarbeiter war die Geheime Staatspolizei zuständig. Was für ein diktatorisches Regime typisch ist, waren auch die Kriminalpolizei, sowie die Justiz an der Ausgrenzung der verschiedenen Personengruppen und der Rassenpolitik beteiligt.

Die Zeit nach 1945

Nach Kriegsende wurde das Haus wieder von verschiedenen Mietern genutzt, wie beispielsweise auch von der Stadt Köln, die hier mit verschiedenen Ämtern einzog. Nach wie vor befindet sich das Haus im Besitz der Familie Dahmen. Seit dem Jahre 2010 haben das NS-Dokumentationszentrum, das Rechts- und Versicherungsamt und weitere Dienststellen im EL-DE-Haus ihren Sitz. Die größten baulichen Veränderungen seit dem Jahre 1949 waren nötig, um die für im Jahre 1981 eingeweihte, sowie im Jahre 2009 erweiterte "Gedenkstätte Gestapogefängnis" und die in den Jahren 1993 und 1997 erfolgten Umbauten für die Dauerausstellung "Köln im Nationalsozialismus" durchzuführen. Das Archiv sowie die Bibliothek wurden wesentlich vergrößert und der Innenhof, der ehemaliger Ort der Hinrichtungen war, konnte in die Gedenkatätte einbezogen werden. Seit Anfang der 1980er Jahre steht das EL-DE-Haus unter Denkmalsschutz.

Beschreibung des EL-DE-Hauses

Das NS-Dokumentationszentrum zeigt mit seiner Dauerausstellung "Köln im Nationalsozialismus", dem Besucher alle wichtigen Daten und Vorkommnisse des NS-Staates. Bedrückend ist immer der Besuch der Gedenkstätte und des original erhaltenen Gestapo-Gefängnisses und es ist nicht zu ermessen, was die Menschen erdulden mussten. Über nähere Einzelheiten gibt eine öffentliche Fachbibliothek mit besonderem Material erschöpfend Auskunft. Auf verschiedenen Bildträgern der Gedenkstätte findet der Besucher eine Fülle von Inschriften der Gefangenen an den Zellenwänden.


Auf gesonderten Tafeln werden insgesamt fünf Biografien von Häftlingen erzählt, die ihre Inschriften hinterlassen haben, jedoch ist der größte Teil der Inschriften anonym. Mit einiger Mühe ist es jedoch in den vergangenen Jahren gelungen, die tragische Geschichte einiger Häftlinge zu entziffern, so dass nun die Möglichkeit besteht, einigen Inschriften ein "Gesicht" zu geben. In diesem Zusammenhang wird in der Gedenkstätte auf die Lebensbedingungen der Häftlinge und die Hinrichtungen im Innenhof hingewiesen. Seit dem Jahre 2009 sind die Aufenthaltsräume der Gestapo-Beamten, sowie der Wachleute im Gefängnis, der Hausbunker der Gestapo und eine Dunkelzelle der Öffentlichkeit zugänglich. Besonders erwähnenswert ist der eingerichtete Gedenkraum für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft.

Durch die umfangreiche Neugestaltung kann die Gedenkstätte Gestapogefängnis als ein Kulturgut von nationalem und europäischem Rang bezeichnet werden.

Aufgrund von verschiedenen Medienstationen, Interviews von Zeitzeugen und historischen Filmbeiträgen, haben die Besucher die Möglichkeit, sich ausreichend zu informieren.

Die Ausstellungsbereiche "Jugend", "Widerstand" und "Unangepasste Jugendliche" im Rahmen der Dauerausstellung "Köln im Nationalsozialismus" wurden im Jahre 2009 neu gestaltet.

Allgemeine Informationen

Das EL-DE-Haus ist heute eine Forschungs- und Bildungseinrichtung. Der Eingang wird über fünf Treppenstufen erreicht. Das Museum war eine Zeit für Rollstuhlfahrerinnen und- fahrer ohne Unterstützung leider nicht barrierefrei erreichbar. Ob sich dieser Zustand inzwischen geändert hat, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

"NS-Dokumentationszentrum" im EL_DE-Haus
Appelhofplatz 23-25
50667 Köln - Altstadt/Nord
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage, 11 bis 18 Uhr
Erster Donnerstag im Monat, 10 bis 22 Uhr
Führungen werden bereits ab 9.30 Uhr durchgeführt".

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